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Schwarzwald Winter Luftbild Hornbergbecken
Schwarzwald Ausflugsziel Pumpspeicherkraftwerk Hornbergbecken
Luftbild mit freundlicher Genehmigung, Copyright Erich Meyer

Hornbergbecken & Pumpspeicherkraftwerk Wehr

Spitzenlastenergie aus dem Schwarzwald

Geodaten 1050m ü. NN: 47.65891296651943°, 7.9602813720703125°

Hornbergbecken: Technische Daten (Bau 1970 - 1975)
Stauseelänge (West-Ost) 700m, Stauseebreite (Nord-Süd) 300m, Beckentiefe 46m, Stauziel 1048m ü. NN, Absenkziel 1012m ü. NN, max. Wasseroberfläche 16,85ha,  Speichervolumen 4.4 Mio m3, Dammhöhe 65m, Dammneigung 1:1.6, Dammbreite 168m, Kronenbreite 5m, Kronenlänge 1700m, Asphaltdichtungsfläche 19,2 ha, Gesamtfläche 32ha, Bauwerksvolumen 2,2Mio m3, max. Pumpspeicherkraftwerk - Leistung der Generatoren 910 Megawatt.

 

Hornbergbecken im Schwarzwald

Auf der 1038m ü. NN liegenden Kuppe des Langen Ecks wurde in der Bauphase 2,6 Mio m3 Granit, Gneis und Erde bewegt. Das Pumpspeicherkraftwerk hat nun auf einer Gesamtfläche von 32ha ein Volumen von 2,2 Mio m3. Dazu wurde Aushub zur Errichtung des Dammes aufgeschüttet, dessen Krone nun 1050m ü. NN liegt. Die maximale Höhe über der Gründungssohle beträgt 65m. Der Staudamm hat die Grundrissform einer 400m Stadionlaufbahn. Von der unteren Dammbreite mit 168m wird bei einer Dammneigung von 1:1.6 (sowohl innen wie außen) eine Kronenbreite von 5m erreicht. Die gesamte Kronenlänge beträgt statt der 400m einer Stadionlaufbahn insgesamt 1700m. Auf der Innenseite ist das Bauwerk mit Asphaltbeton (Fläche 19,2 ha) abgedichtet. Die Außenseite ist, der Lage im Schwarzwald entsprechend mit Sträuchern und Bäumen, zum Schutz vor Erosion begrünt. Der entstandene Stausee hat in der Ausrichtung von West nach Ost eine Länge von 700m und eine Breite (Nord-Süd) von 300m.

Die Beckentiefe beträgt insgesamt 46m, wovon zwischen Stauziel 1048m ü. NN und Absenkziel 1012m ü. NN 36m effektiv genutzt werden. Hierfür ist im größeren der beiden Türme im Stauwerkbecken mit einer Zylinderschütze der Abfluss des zum Kavernenkraftwerk Wehr führenden Druckschachts regulierbar. Der kleinere Turm beherbergt einen Aufzug zur Wartung und Bedienung von Betriebseinrichtungen und ist über einen unter dem Damm durchführenden Stollen erreichbar. Beide Türme sind an ihrem oberen Ende miteinander verbunden.

 

Spitzenlastenergie aus dem Kavernen- und Pumpspeicherkraftwerk Wehr:
Hornbergbecken und Staustufe Wehratal

Die Umwandlung der Lageenergie des Wassers in Bewegungsenergie und schließlich elektrische Energie erfolgt in einem Kavernenkraftwerk. Zunächst wurde eine 219,0m lange, 35,3m hohe und 19,2m breite Kaverne in die Felsen des Schwarzwaldgesteins gesprengt. Darin befindet sich die zur Energieumwandlung erforderliche Kraftwerkstechnik.
Vom Hornbergbecken (Oberbecken) aus beträgt die mittlere Fallhöhe des Wassers 625m. Damit werden 4 Francisturbinen mit je 248MW max. Leistung bei 45.000L/s und einem Laufraddurchmesser von 2,685m zur Rotation gebracht. Diese treiben 4 Synchrongeneratoren mit einer Nennleistung von  je 300MVA bei 600U/min an. Dadurch kann im vollständigen Turbinenbetrieb eine Leistung von 910MW ins Stromnetz abgegeben werden. Bei Volllastturbinenbetrieb reicht die nutzbare Wassermenge im Hornbergbecken um für 6,8 Stunden elektrische Energie zur Verfügung zu stellen. Dieser Betrieb erfolgt zu Zeiten an denen am Tage im Stromnetz zu Spitzenzeiten zusätzliche elektrische Energie (Spitzenlast) benötigt wird.

Wehrabecken Wehratal Unterbecken Lufbild
Luftbild mit freundlicher Genehmigung, Copyright Erich Meyer

Das Unterbecken im Wehratal, die Wehratalsperre, fängt die vom Hornbergbecken abgelassenen Wassermassen auf.   Steht im Stromnetz genügend elektrische Energie zur Verfügung (v. a. Nachtstunden) befördern 4 Pumpen mit je max. 250 MW Leistung je 36.000L/s aus dem Wehrabecken wieder zurück nach oben ins Hornbergbecken. Im vollständigen Pumpbetrieb werden 980MW aus dem Stromnetz entzogen und es dauert, bei der Gesamtpumpleistung von 144.000L/s, 7,9 Stunden das Stauziel des Hornbergbeckens wieder zu erreichen.

 

Spitzenlastenergie: Kosten - Nutzen - Rechnung

Reparatur Hornbergbecken Luftbild MeyerNeben den Erbauungskosten fallen mit den Jahren natürlich auch Kosten für die Instandhaltung an (http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/kraftakt-fuer-wasserkraft--1940121.html).

Wie unterschiedlich Kosten und Nutzen von Spitzenlastenergie aus Pumpspeicherkraftwerken in der Gesellschaft bzw. der allgemeinen Bevölkerung wahrgenommen werden, zeigt die Diskussion zum Sinn des Hornbergbeckens II, das in den kommenden Jahren gebaut werden soll.

Verwendung des Luftbilds mit freundlicher Genehmigung von Erich Meyer (Copyright)

 

 

Im linken Bildabschnitt zeigt das Startbild des Videos den 1018m hohen Abhau, dessen Bergkuppe als Standort für das  Pumpspeicherkraftwerk Hornbergbecken II weggesprengt und seitlich zur Staudammmauer aufgehäuft werden soll. Dann wäre, zumindest in der Bauphase und auch ein paar Jahre danach, von der südlichen Aussichtsplattform des Hornbergbeckens I aus nicht mehr diese wunderschöne Aussicht zu genießen.

 

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